Der Kreisbauernverband Werra-Meißner e.V. lud die Mitglieder der Pfarrkonferenz vor einiger Zeit dazu ein, sich ein Bild von moderner Schweinehaltung in ihrer Umgebung zu machen. Dieser Einladung folgte der Dekan Dr. Arnold und weitere 24 Pfarrerinnen und Pfarrer aus dem Landkreis Werra-Meißner. Zur weiteren Unterstützung waren neben dem Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Uwe Roth und Vorstandsmitglied Torsten Möller, auch Thomas Fögen von der HBV Unternehmensberatung an diesem Tag anwesend. Nach einer kurzen Vorstellung des Betriebs, durch den Betriebsleiter Burkhard Gonnermann, betraten die Pfarrerinnen und Pfarrer die Stallungen. Die Besucher wurden durch die Deck- und Warteställe sowie die Abferkelbereiche geführt. Betriebsleiter Burkhard Gonnermann erläuterte die Stallsysteme und stellte sich zusammen mit Thomas Fögen, Uwe Roth und Torsten Möller allen Fragen, die während der Stallbesichtigung gestellt wurden. Im Abferkelbereich hielten sich die Besucher besonders lange auf, groß war das Interesse an den frisch geborenen Ferkeln.


 

Nach der Stallbesichtigung setzen sich alle Teilnehmer der Pfarrkonferenz im Gemeindehaus Nesselröden zu einem gemeinsamen Gedankenaustausch zusammen. Hierbei hatten die Pfarrerinnen und Pfarrer nochmals Gelegenheit Fragen zu stellen, die beim Stallrundgang unbeantwortet blieben. So interessierte es die Besucher vor allem warum es immer weniger dafür aber größere Betriebe gibt, und wie sich die Landwirte mit dem Weltmarkt auseinander setzen müssen. Kritische Fragen zum Thema Schwänze kupieren, Antibiotika Einsatz in der Tierhaltung und MRSA-Keimen wurden genauso gestellt wie Fragen zu Subventionen und Prämienzahlungen. Besonders beschäftigte die Besucher das Töten von nicht lebensfähigen Ferkeln, ein Thema das zuletzt durch die Medien stark verurteilt wurde. Auf alle Fragen erhielten die Besucher eine ausführliche Antwort vom Betriebsleiter oder den anwesenden Fachleuten. Insgesamt war die Rückmeldung der Pfarrerinnen und Pfarrer sehr positiv. Nicht wenige gaben zu, mit gewissen Vorurteilen in die Stallbesichtigung gestartet zu sein. Aufgrund der intensiven Gespräche, Offenheit und Erklärungen des Betriebsleiters würden Sie die Sauen- und Schweinehaltung nun von einem anderen Standpunkt aus betrachten. Abschließend hielt Dekan Dr. Arnold fest, dass der Wert der Lebensmittel wieder mehr in das Bewusstsein der Bevölkerung rücken müsse. Dies wäre vor allem auch eine Aufgabe der Kirche. Diese Werte könne man aber nur vermitteln, wenn die Pfarrerinnen  und Pfarrer wüssten wo und wie Lebensmittel heute produziert werden und moderne Landwirtschaft funktioniert. Alle Anwesenden sprachen abschließend den Wunsch aus, die Kommunikation zwischen Kirche und Landwirtschaft in Zukunft zu stärken.